Die Unfallrente als Teil der Unfallversicherung 2021

Im Rahmen der Unfallversicherung tritt die Unfallrente oder Unfallrentenversicherung meist lediglich ab einer Invalidität des Versicherungsnehmers von über 50% in Kraft. Demzufolge greift sie nur bei Unfällen mit beträchtlichen, langfristigen Gesundheitsschäden des Versicherten.

Vor den finanziellen Folgen minder schwerer Unfälle oder Invaliditätsgrade schützt die Unfallrente somit in der Regel nur wenig. Dafür kann der Versicherte aber von vergleichsweise niedrigen Versicherungsprämien profitieren.

Im Vergleich zu einer herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherung, welche zwar einen umfangreicheren Versicherungsschutz hat, werden die Beiträge zur Unfallrente aber in der Regel deutlich geringer ausfallen.

Auch sollen unter den privaten Unfallversicherern mit der Gliedertaxe möglichst neutrale Bewertungen ermöglicht werden. Sie gilt als wesentliches Kriterium innerhalb der Versicherungskonditionen einer Unfallversicherung.

Die Gliedertaxe zur Beurteilung des Invaliditätsgrades

Unfallrente Unfallversicherung
Die Unfallrente als Teil der Unfallversicherung

Bestimmten Beeinträchtigungen ist dabei ein bestimmter Prozentwert zugeordnet. Anhand dieses Prozentwertes schlussfolgert der Versicherer dann die Leistung, die er seinem Kunden zuspricht.

Ob es sich bei dem nicht mehr funktionstüchtigen Körperteil um ein Bein, einen Fuß, eine Hand oder etwa um den Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns handelt, hat auf die Versicherungsleistung erhebliche Auswirkungen. Verliert der Versicherte beispielsweise ein Auge, so wird die Unfallversicherung seinen Invaliditätsgrad (abhängig vom Tarif) mit bspw 50% bewerten.

Kann ein Teil der Sehkraft nach dem Unfall erhalten werden, wird die Invalidität als entsprechend geringer eingestuft und auch die Leistung niedriger ausfallen. Generell gilt: Je höher der Grad an Invalidität, desto höher wird auch die Versicherungsleistung der Unfallversicherung ausfallen. Sollte der Prozentsatz von 100 Prozent aus der Tabelle hervorgehen, würde es sich um eine sog. Vollinvalidität handeln.

Addition von Invaliditätsgraden

Wenn mehr als ein Körperteil des Versicherten nur noch eingeschränkt benutzt werden kann, werden die Prozentangaben aus der Gliedertaxe je Gliedmaße addiert. Allerdings sind alle funktionalen Beeinträchtigungen von einem Mediziner zu attestieren.

Übt der Versicherte einen der sogenannten Heilberufe aus oder arbeitet er als Musiker, gilt meist eine gesonderte Gliedertaxe im Rahmen der Unfallversicherung. Schließlich ist beispielsweise der Verlust eines Fingers für einen Geiger finanziell weitaus folgenschwerer als für einen Versicherten in einer anderen Berufsgruppe.

Die progressive Unfallversicherung bietet die Möglichkeit, bei Vertragsabschluss überproportional steigende Versicherungssummen für höhere Invaliditätsgrade zu vereinbaren. Meist beginnt diese Progression bei einer Invalidität von 25%. Wer sich für eine bspw. 400% Progression entscheidet, wird bei einer festgestellten Vollinvalidität demnach das Vierfache der vereinbarten Versicherungssumme aus seiner Unfallversicherung erhalten.

Lineare Unfallversicherung und Unfallversicherung mit Progression

Einzelne Versicherungsgesellschaften sind aufgrund steigender Mitbewerberzahlen dazu übergegangen, die Bemessungsgrundlage in der Gliedertaxe für bestimmte Gliedmaßen zu erhöhen, um sich dadurch von den Unfallversicherung-Wettbewerbern positiv zu unterscheiden.

Hierdurch können die Versicherungsleistungen im Falle einer Invalidität des Versicherten deutlich höher ausfallen. Vermehrt liegen die Invaliditätsgrade für eine Funktionseinschränkung oder den gänzlichen Verlust von Fingern, Bein oder Fuß bei einigen Unfallversicherungen mittlerweile etwa 10-30 Prozent höher.

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