Die Meldefristen in der Unfallversicherung 2020

Damit ein privater Unfallversicherer bei einem Schadensfall auch wirklich leistet, m√ľssen bestimmte Voraussetzungen gem√§√ü der Versicherungsbedingungen erf√ľllt sein. Der Unfall und damit die Gesundheitssch√§digung m√ľssen sich nicht nur unfreiwillig ereignen, auch die Wahrung der Meldefrist f√§llt unter Voraussetzungen der Leistungserbringung, die sogenannten Wirksamkeitsvoraussetzungen.

Denn nur, wenn diese Bedingungen f√ľr die Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen erf√ľllt sind, hat der Versicherte Anspruch auf Leistungen aus seiner Unfallversicherung. Die Meldefrist sieht vor, dass ein Unfall-Ereignis binnen 48 Stunden bei der Versicherungsgesellschaft anzuzeigen ist.

Sicherlich liegt es auf der Hand, dass besonders im Fall eines schwerwiegenden Unfall-Ereignisses vieles so viel wichtiger erscheint. Dem Einhalten der Meldefristen sollte aber unbedingt Rechnung getragen werden, da dem Versicherungsnehmer ansonsten weitreichende finanzielle Konsequenzen drohen.

Unfallversicherung Meldefristen
Meldefristen in der Unfallversicherung

Im Gegensatz zum Unfall-Ereignis an sich m√ľssen gesundheitliche Einschr√§nkungen von Dauer, die die Folgen eines Unfalls sind, erst binnen eines Jahres der Unfallversicherung angezeigt werden.

Sollte der Versicherte diese 12 Monate verstreichen lassen, verliert er m√∂glicherweise seinen Leistungsanspruch aus der privaten Unfallversicherung. In diesem Fall w√ľrde auch ggf. die Stellungnahme, dass die gesundheitlichen Beeintr√§chtigungen nach Verstreichen des Jahres noch nicht deutlich abzusch√§tzen waren, unter Umst√§nden nichts n√ľtzen.

Die Meldefristen m√ľssen im Leistungsfall eingehalten werden

Dies belegen einige Prozesse, in denen Versicherungsnehmer von ihrem privaten Unfallversicherer einen Leistungsanspruch durchsetzen wollten, obwohl sie die Meldefrist nicht eingehalten hatten.

Die Versicherer gehen meist als Sieger aus dem Gerichtssaal. Als Begr√ľndung f√ľhren die Gerichte an, dass eine Vers√§umnis der Meldefrist und damit eine sehr sp√§te Mitteilung des Unfallhergangs es der Versicherungsgesellschaft ungleich erschwert, die Umst√§nde des Unfalls zu rekonstruieren und nachvollziehen zu k√∂nnen.

Da es mitunter aufgrund der Meldefrist zu Gerichtsprozessen zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer kommt, sind einige Gesellschaften dazu √ľbergegangen, die verh√§ltnism√§√üig kurze einj√§hrige Meldefrist f√ľr Dauersch√§den bei Unfallversicherungen freiwillig zu verdoppeln oder zu verdreifachen.

Im Falle eines Unfall-Ereignisses, also im Leistungsfall, sollte der Versicherungsnehmer zun√§chst einen Arzt konsultieren, dessen Weisungen befolgen und dann schnellstm√∂glich ‚Äď binnen der 48-st√ľndigen Meldefrist ‚Äď seinen Versicherer von dem Unfall in Kenntnis setzen.

Gleiches gilt auch f√ľr die Hinterbliebenen bei Eintreten des Todes des Versicherungsnehmers. Sollte der Versicherte nicht unverz√ľglich nach dem Unfall, sondern erst innerhalb der einj√§hrigen Meldefrist an den Unfallfolgen sterben, so ist dies dem Versicherer ebenso unverz√ľglich zu melden.

Meldung an die Unfallversicherung nach einem Unfall

Es ist die Regel, dass der Versicherungsnehmer nach Meldung des Unfalls ein Formular vonseiten seines Versicherers erh√§lt, das wahrheitsgem√§√ü und vollst√§ndig ausgef√ľllt an die Unfallversicherung zur√ľckgeschickt werden muss.

Darin muss der Versicherte das Unfall-Ereignis in allen Einzelheiten beschreiben. Der behandelnde Mediziner wird nach Abschluss der ärztlichen Versorgung ein Gutachten erstellen, aus dem hervorgeht, ob bei dem Versicherten eine Invalidität infolge des Unfalls vorliegt.

Dieses Gutachten ist gemeinsam mit dem schriftlichen Zahlungsantrag auf Versicherungsleistungen an den Versicherer zu √ľbersenden. Der Versicherer hat das Recht, die Leistungen zu verw√§hren, wenn das √§rztliche Gutachten nicht innerhalb der gesetzten Frist vorliegt.

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