Die Gliedertaxe in der Unfallversicherung 2020

Anhand der sog. Gliedertaxe wird im Rahmen der privaten Unfallversicherung der Grad der Invalidit√§t des Versicherten ermittelt und damit die Leistungsh√∂he bestimmt. Dies kann der Fall sein, wenn ein K√∂rperteil des Versicherungsnehmers nach einem Unfall nicht mehr oder nur noch eingeschr√§nkt benutzt werden kann oder sogar amputiert werden m√ľsste.

Die Bemessung der Invalidität erfolgt dann prozentual. Unter der Unfallversicherung Gliedertaxe versteht man also eine Liste, mit deren Hilfe die Versicherungsgesellschaften den entstandenen Grad an Invalidität besser beurteilen können.

Auch sollen unter den privaten Unfallversicherern mit der Gliedertaxe möglichst neutrale Bewertungen ermöglicht werden. Sie gilt als wesentliches Kriterium innerhalb der Versicherungskonditionen einer Unfallversicherung.

Die Gliedertaxe zur Beurteilung des Invaliditätsgrades

Gliedertaxe Unfallversicherung
Die Gliedertaxe in der Unfallversicherung

Bestimmten Beeinträchtigungen ist dabei ein bestimmter Prozentwert zugeordnet. Anhand dieses Prozentwertes schlussfolgert der Versicherer dann die Leistung, die er seinem Kunden zuspricht.

Ob es sich bei dem nicht mehr funktionst√ľchtigen K√∂rperteil um ein Bein, einen Fu√ü, eine Hand oder etwa um den Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns handelt, hat auf die Versicherungsleistung erhebliche Auswirkungen. Verliert der Versicherte beispielsweise ein Auge, so wird die Unfallversicherung seinen Invalidit√§tsgrad (abh√§ngig vom Tarif) mit bspw 50% bewerten.

Kann ein Teil der Sehkraft nach dem Unfall erhalten werden, wird die Invalidit√§t als entsprechend geringer eingestuft und auch die Leistung niedriger ausfallen. Generell gilt: Je h√∂her der Grad an Invalidit√§t, desto h√∂her wird auch die Versicherungsleistung der Unfallversicherung ausfallen. Sollte der Prozentsatz von 100 Prozent aus der Tabelle hervorgehen, w√ľrde es sich um eine sog. Vollinvalidit√§t handeln.

Addition von Invaliditätsgraden

Wenn mehr als ein Körperteil des Versicherten nur noch eingeschränkt benutzt werden kann, werden die Prozentangaben aus der Gliedertaxe je Gliedmaße addiert. Allerdings sind alle funktionalen Beeinträchtigungen von einem Mediziner zu attestieren.

√úbt der Versicherte einen der sogenannten Heilberufe aus oder arbeitet er als Musiker, gilt meist eine gesonderte Gliedertaxe im Rahmen der Unfallversicherung. Schlie√ülich ist beispielsweise der Verlust eines Fingers f√ľr einen Geiger finanziell weitaus folgenschwerer als f√ľr einen Versicherten in einer anderen Berufsgruppe.

Die progressive Unfallversicherung bietet die M√∂glichkeit, bei Vertragsabschluss √ľberproportional steigende Versicherungssummen f√ľr h√∂here Invalidit√§tsgrade zu vereinbaren. Meist beginnt diese Progression bei einer Invalidit√§t von 25%. Wer sich f√ľr eine bspw. 400% Progression entscheidet, wird bei einer festgestellten Vollinvalidit√§t demnach das Vierfache der vereinbarten Versicherungssumme aus seiner Unfallversicherung erhalten.

Lineare Unfallversicherung und Unfallversicherung mit Progression

Einzelne Versicherungsgesellschaften sind aufgrund steigender Mitbewerberzahlen dazu √ľbergegangen, die Bemessungsgrundlage in der Gliedertaxe f√ľr bestimmte Gliedma√üen zu erh√∂hen, um sich dadurch von den Unfallversicherung-Wettbewerbern positiv zu unterscheiden.

Hierdurch k√∂nnen die Versicherungsleistungen im Falle einer Invalidit√§t des Versicherten deutlich h√∂her ausfallen. Vermehrt liegen die Invalidit√§tsgrade f√ľr eine Funktionseinschr√§nkung oder den g√§nzlichen Verlust von Fingern, Bein oder Fu√ü bei einigen Unfallversicherungen mittlerweile etwa 10-30 Prozent h√∂her.

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